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ARTIST

MARINA NECKER
NEC KERAMIK

Marina Necker ist Keramikkünstlerin aus München. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen skulpturaler Form und reduzierter Objektkunst. Bekannt wurde sie durch ihre Physalis‑Serie, deren matte Oberflächen, feine Linien und organische Silhouetten ihre unverwechselbare Handschrift prägen. Ihre Stücke entstehen in ruhigen, konzentrierten Prozessen und verbinden handwerkliche Präzision mit einer klaren, poetischen Ästhetik.

Seit 2021 lebt sie in einem über hundert Jahre alten Haus in München‑Nymphenburg, das sie gemeinsam mit ihrem Ehemann saniert hat. Die Gestaltung der neuen Räume führte sie wieder bewusst zum Material Ton: Aus der Idee, eigene Lampen und einige Vasen für das Haus zu entwerfen, entwickelte sich eine künstlerische Praxis, die sie seither vollständig begleitet und prägt.
 

Keramik-Künsterlin Marina Necker, München

Meine Vasen tragen Erinnerungen wie leise Gefäße der Vergangenheit. Fragil und zugleich mutig bewahren ihre Blüten, was uns formt: Beziehungen und Erfahrungen.

PROCESS

Keramik-Vase wird gehalten von Keramik-Künsterlin Marina Necker, München

Ich glaube, dass man im Ton sehen kann, wie lange und intensiv ihn die Hände berührt haben – die Spuren der Emotionen.“

Die Vasen entstehen langsam, Schicht für Schicht, in einem ruhigen Arbeitsrhythmus. Aus Tonwülsten formt die Keramikkünstlerin zunächst die Grundform – eine archaische Technik, aus der die spätere Silhouette wächst.

Sobald die Form steht, arbeitet sie die Blüten heraus. Mit den Fingern zieht, drückt und verschiebt sie den Ton. Es ist ein stiller Dialog mit dem Material, das Grenzen setzt und Möglichkeiten öffnet.

Reliefartige Schlingen verleihen der Oberfläche Tiefe und fangen später Licht und Schatten ein. In der lederharten Phase trägt sie Linien und Spuren heraus – Zeichen von Zeit, Berührung und Geduld.

Nach dem Versäubern folgt das Warten: Drei bis vier Wochen Trocknung, dann der erste Brand bei 960°. Erst danach kommt Farbe ins Spiel – matte Unterglasuren oder andere Glasuren, die Schicht für Schicht aufgetragen werden. Der zweite Brand bei 1240° verwandelt alles: Ton wird Steinzeug, Farbe wird Oberfläche, Fragilität wird Stärke.

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